Sonntag, 23.04.2017, 17 Uhr
Lesung / Buchpräsentationen

Peter Waterhouse, Nanne Meyer: Die Auswandernden
Herausgegeben von Manfred Rothenberger und dem Institut für moderne Kunst Nürnberg, 256 Seiten mit 58 doppelseitigen Farbabbildungen, Hardcover, 14 x 21 cm, Berlin 2016
Ein Roman über die Liebe des Autors zu Menschen am Rande der Gesellschaft, ein Roman über seine Liebe zur Sprache, zu Wörtern und Wortklängen, zu Sinnschärfung und Sinnerweiterung sowie das Dokument einer kongenialen Kooperation. Die Künstlerin Nanne Meyer antwortet auf den Text – ihre Linienlandschaften, Farbwirbel und Strichwolken schreiben ihn vielstimmig weiter. So finden Text und Bilder in Die Auswandernden auf eindringliche Weise zueinander und schärfen die Sinne für die Wahrnehmung unserer Welt – einer ebenso kostbaren wie verletzlichen Welt.

Ruth Wolf-Rehfeldt: Schrift Stücke. Typewritings und Gedichte
Herausgegeben vom Verlag Lutz Wohlrab, 80 Seiten mit 57 Typewritings und 46 Gedichten, Hardcover, 21,6 x 15,3 cm, Berlin 2016
Ruth Wolf-Rehfeldt war eine singuläre Erscheinung. Keiner hat sich in der DDR so intensiv wie sie mit Schreibmaschinengrafik beschäftigt. Vor allem in der internationalen Szene der Konkreten und Visuellen Poeten hat sie sich einen Namen gemacht.
Sie beschäftigte sich mit den Problemen einer geteilten Welt, der Aufrüstung und Friedensbewahrung, der Information und ihrer Einschränkungen. Sie nutzte alle technischen Möglichkeiten zur Verbreitung ihrer Kunst und die Mail Art als Medium. Beeindruckend sind ihr Einfallsreichtum und ihre Sorgfalt, mit der sie in immer neuen Variationen und Serien auf der Klaviatur der Schreibmaschine spielte. Sie kreierte Zeichen-Räume und Schilder-Wälder und nahm, so sehen es heute manche, bereits das digitale Zeitalter vorweg.

Es liest Judith Diamantstein. Es sprechen Nanne Meyer und Ruth Wolf-Rehfeldt.

Eintritt frei

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