Achim Freyer

Achim Freyer, 2014, Foto: Lucie Jensch

Kurzbiographie

Der Maler, Bühnenbildner und Regisseur Achim Freyer (1934 in Berlin geboren) ließ sich zunächst als Grafiker und Maler ausbilden, bevor er Meisterschüler von Bertolt Brecht am Berliner Ensemble wurde und als Bühnen- und Kostümbildner arbeite. 1972 übersiedelte er nach West-Berlin und begann hier bald auch mit eigenen Arbeiten als Regisseur. Freyer inszenierte und inszeniert an führenden Theatern weltweit – von Monteverdi bis Glass ­ – und erhielt für sein Bühnenschaffen zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Als bildender Künstler war er zweifacher documenta-Teilnehmer und ist auf vielen nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten. Von 1976 bis 2002 war Freyer ordentlicher Professor an der Universität der Künste Berlin. 1988 gründete er das Freyer Ensemble. 2013 wurde in seiner Berliner Villa das Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung eröffnet.

Achim Freyer – Vita

1934
geboren in Berlin
1941 – 1944
Geschichten erzählen und Strassenpuppentheaterspiele
1948 – 1950
wissenschaftliches Buchwerk über europäische Schmetterlinge mit zahlreichen schwarz/weiß und farbigen Originalzeichnungen
1951 – 1954
Studium an der Meisterschule für Grafik und Buchgewerbe (ab 1952 Fachschule für Grafik, Druck und Werbung, Berlin)
1954 – 1956
Meisterschüler für Bühnenbild bei Bertolt Brecht, Akademie der Künste, Berlin
1959
Aktion „Besetzen einer blauen Limousine mit Weinbergschnecken“ zwischen Meißen und Dresden
1959 – 1978
Arbeiten als Bühnen-und Kostümbildner für Ruth Berghaus, Adolf Dresen und Benno Besson
1960
Malereipreis der Großen Berliner Kunstausstellung
1965
„Ordnung und Störung von Ordnung“ Nummerieren von Steinen am Ostseestrand
1966
Malaktion „Rote waagerechte geschlossene Linie in Augenhöhe durch zwei Räume mit dreißig Personen“, Berlin
1968
Heirat mit Ilona Freyer, geb. Denecke
1969
Idee eines Theaters der Baumstämme
1971
Malerei-Ausstellung, Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden,
Geburt der Zwillingstöchter Amanda und Julia
1972
Theaterskandal mit “Clavigo” am Deutschen Theater Berlin
Flucht aus der DDR während eines Italien-Gastspiels mit „Der Gute Mensch von Sezuan”
Ilona Freyer und die beiden Töchter folgen im selben Jahr durch Fluchthelfer
Besuch des „Isenheimer Altars“ (M. Grünewald) in Colmar
1973 – 1978
Arbeiten als Bühnen- und Kostümbildner für Schauspiel und Oper mit Hans Neugebauer, Hans Lietzau, Christoph von Dohnányi, Claus Peymann
1975 – 1977
Objekte,  Ausstellungen und Aktionen, begleitend zu Theaterarbeiten
1976 – 1999
ordentliche Professur an der Hochschule der Künste (seit 2002 Universität der Künste), Berlin
1977
Ausstellungsbeteiligung an der documenta 6, mit “Deutschland ein Lebensraum“ Kassel
seit 1977
Inszenierungen von Uraufführungen zeitgenössischen Musiktheaters für und mit Reiner Bredemeyer, Alvin Curran, Philip Glass, Erhard Grosskopf, Mauricio Kagel, Helmut Lachenmann, Dieter Schnebel und Salvatore Sciarrino
1979
Inszenierung “Iphigenie auf Tauris” Gluck, Nationaltheater München
Beteiligung an der Quadrinale 
Internationale Bühnenbildausstellung, Prag
1980
Inszenierung „Der Freischütz“, C. M. v. Weber, Staatsoper Stuttgart
1981
Ausstellungsbeteiligung “Deutsche Kunst heute“
 Musée d‘ Art Moderne de la Ville, Paris
1981 – 1988
Inszenierung „Philip Glass Trilogie“:  “Satyāgraha”, “Echnaton”, “Einstein on the beach”, Staatsoper Stuttgart
1982
Inszenierung „Die Zauberflöte“, W. A. Mozart, Staatsoper Hamburg
1983
Retrospektive “Achim Freyer-Malerei 1966-1983“, 
Große Orangerie Schloss Charlottenburg, Berlin
1987
Ausstellungsbeteiligung documenta 8, Kassel und „Der gestreckte Blick oder die Krümmung der Fläche zum Raum“
1987 – 1991
Inszenierung der Trilogie „Metamorphosen des Ovid“ 1987, „Woyzeck“ 1989, und „Phaëton“ 1991, Burgtheater Wien
1989
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
seit 1989
Mitglied der Akademie der Künste, Berlin-West
1990 – 1991
Kirchenfenster und Farbraumgestaltung der Hohenzollernkirche, Berlin
1991 – 1992
Dreharbeiten und Regie zu dem Spielfilm „MET AMOR PH OSEN“ und dem Fernsehfilm „Eine Reise ins Blaue“
1991
Gründung des Freyer-Ensembles
Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig
1992
Retrospektive „Chaos und Stille“, 1965 – 1992, Galerie der Stadt Kornwestheim
1994
Premio Abbiati der „Associazione Nazionale Critici Musicali“ für „Turandot“, Busoni „Perséphone“, Strawinsky,  Gran Teatro La Fenice, Venedig als beste Inszenierung des Jahres
Ausstellung zu „Tristan und Isolde“, Brüssel
seit 1994
Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Bensheim
seit 1995
Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden
1996
Ausstellung „Totentänze“, Musikbiennale, Venedig
1999
Theaterpreis des ITI Internationalen Theater Instituts
Auszeichnung mit der Goldmedaille der Prager Quadriennale für die Retrospektive der Theaterarbeiten
Emeritierter Professor der Universität der Künste, Berlin
seit 1999
Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
2000
Bayerischer Theaterpreis,
2002
Inszenierung „h-moll-Messe“ J. S. Bach, LA Opera, Opernhaus der Stadt Bonn
2003
Ausstellung „2001 / 6 11 03- horizontal. Zeichnungen und Malerei“, Muzeum Teatralne, Warschau
Kultur-Preis „ Zasłużony dla Kultury Polskiej“ zu „ La damnation de Faust“
, Offizierskreuz des Verdienstordens der Volksrepublik Polen
Inszenierungen: “Salome“ Richard Strauss, Deutsche Oper, Berlin
 “La Damnation de Faust”, Berlioz, Los Angeles Opera
2004
„Stationen 64 / 04“ Galerie Ulrike Hrobsky, Salzburg
2005
Ausstellung Villa Kellermann, Potsdam
Ausstellung Xylon- Museum, Schwetzingen
Inszenierung „Die Zauberflöte für 20 Finger“, Zemlinsky Nationaltheater Mannheim und Komische Oper Berlin
Auszeichnung mit der Silbernen Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien
2006
Ausstellung Kunstverein, Berlin-Pankow
, Ausstellung Galerie Mitte, Berlin
-Inszenierungen “Die Zauberflöte“, Mozart als Politdrama, Nowaja Opera Moskau
 „Die Zauberflöte“, Mozart als Schule des Lebens, Teatr Wielki, Warschau
 „Médée“, Cherobini, Nationaltheater Mannheim, Auszeichnung als bester Kostümbildner des Jahres,
 „Wenn du einem toten Hund begegnest oder “Die Probe“, Schwertsik, eine theatralische Hommage an Bertolt Brecht, Berliner Ensemble,
Freyerensemble Morton Feldmann, Biennale Venedig,
 Malereiausstellung anlässlich der Aufführung „Komödia und Orchesterstück” des Freyer-Ensembles, Bundeskunsthalle Bonn
2007
“Freyer-Theater”, Akademie der Künste, Alexander-Verlag
Einzelaustellung Kulturamt, Erlangen
 Galerie Wosimsky, Giessen
, Inszenierungen „Alice in Wonderland“, Unsuk Chin, Staatsoper München
 „La Traviata“, Verdi
, Hein-Heckroth-Preis der Stadt Gießen
2008
Einzelausstellungen Berlin-Lichtenberg, Kunstverein Halle, Galerie Hrobsky Wien,
2009
Inszenierung „Der Ring des Nibelungen“, (“Das Rheingold” / “Die Walküre”), LA Opera
2010
Inszenierung „Eugen Onegin“, Tschaikowsky Staatsoper Unter den Linden Berlin
2010
Richard Wagner „Der Ring des Nibelungen“ Gesamtzyklus, LA Opera, 
Einzelausstellungen „Light-Shadows“ ACE Galerie, Los Angeles
 „Versuche am Ring“, Malerei im Xylon-Museum, Schwetzingen
, Nibelungen-Ausstellung, Myths, Legends and Cultural Renewal: Wagner‘s Sources, LACMA, Los Angeles
2011
Inszenierungen Richard Wagner „Der neue Mannheimer Ring“ (“Das Rheingold”), Nationaltheater Mannheim, 
„Moses und Aron“ Arnold Schönberg, Opernhaus Zürich, Auszeichnung für die beste Opernproduktion des Jahres
Malereiausstellung, Galerie Hrobsky, Wien
2012
Inszenierungen „Die Walküre“, Nationaltheater Mannheim
, „Rappresentatione di anima et di corpo“ Cavalieri, 
Staatsoper Unter den Linden im Schillertheater Berlin, 
Inszenierung „Siegfried“, Nationaltheater Mannheim 
Einzelausstellung „Wege und Wandlungen – 40 Jahre Malerei”, Kunstverein Schwetzingen in der Schlossorangerie
, Eröffnung des Kunsthauses der Achim-Freyer-Stiftung Berlin, Ausstellung „Weißt du was aus ihm ward?“ Fotoprints von Monika Rittershaus „Der Ring des Nibelungen“, 2009-2011, LA Opera, 
 Vorbesichtigung der Sammlung
2013
„Kabale und Liebe“ Bühne, Kostüm und Licht, Berliner Ensemble
, Inszenierung „Götterdämmerung“, Richard Wagner, Nationaltheater Mannheim, 
Arbeiten an der Oper nach Robert Walser „Schneewittchen“ von Heinz Holliger Basel
, Filmaufzeichnung “Der neue Mannheimer Ring“ für Arte, Mannheim
2013
Einzelausstellung „Schwarz ist auch Weiss“, Mannheimer Kunstverein
2013
„Cage Stage“, Performance von Achim Freyer mit Dennis Russell Davies und dem Freyer Ensemble, Musiktheater Linz
2013
„Mauer-Fall“ Werke von Achim Freyer aus Ost und West mit einer einmaligen Performance in der Galerie des Kunsthauses Berlin
2013 – 2014
“Der Prozess”, F. Kafka, Bühnen-Kostüm und Lichtkonzept, Berliner Ensemble
Inszenierung ” Schneewittchen”, H. Holliger, Oper nach R. Walser, Theater Basel
2014
“ACHTZIG für ACHTZIG” zum 80. Geburtstag, Maler und Künstlerfreunde ehren Achim Freyer mit einer Gemeinschaftsausstellung in der GALERIE des KUNSTHAUSES der Achim-Freyer-Stiftung Berlin
2015
NESTROY Theaterpreis, Wien, November 2015
Inszenierung „Don Giovanni“, W.A. Mozart, Volksoper Wien
Inszenierung „Die Versuchungen des Giro Lamenti“, Nationaltheater Mannheim
Inszenierung „Salvatore Sciarrino: Die tödliche Blume“, Wiener Festwochen
Ausstellung „In der Ferne liegt die Nähe – Eine Annäherung an Erich Heckel. Achim Freyer – Malerei, Zeichnung und Grafik“, KUNST.RAUM.STEGLITZ e.V., Berlin
2016
Ausstellung „Zwischen den Stühlen“ , Galerie Hrobsky, Wien
„Pelleas et Melisande“, Landestheater Linz, Regie, Bühne, Kostüme und Licht
Ausstellung „Auf den Punkt“, Neue Arbeiten von Achim Freyer und Moritz Nitsche anlässlich der Premiere von “Pelléas et Mélisande” am Landestheater Linz, Galerie Brunnhofer, Linz
Ausstellung „Fenster zum Horizont“, Galerie Bernau
Ausstellung „Gegen den Strich“, Galerie im Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung
„Die Räuber“, Berliner Ensemble, Bühne
„Fidelio“, Wiener Festwochen, Regie, Bühne, Licht, Kostüme mit Amanda Freyer
Ausstellung/Installation „… und ein Rauch steigt auf …“, Kunst Station St. Peter, Köln
„Abschiedsball“, Berliner Ensemble, Regie, Bühne, Kostüme und Licht
Theaterpreis DER FAUST, Freiburg
Ausstellung/Installation „… und ein Rauch steigt auf …“, Soeht 7, ehemaliges Frauengefängnis Berlin-Lichterfelde
Ausstellung „Who ist Mr. Rabbit“, Zeichnungen, Bilder und Kostüme, Koreanisches Kulturzentrum, Berlin-Mitte
Ausstellung/Installation „… und ein Rauch steigt auf …“, Parochialkirche Berlin
2017
„Prinz von Homburg“, Berliner Ensemble, Bühne, Kostüme und Licht
Ausstellung „vento del sud. Malereien aus Italien“, Kurt-Mühlenhaupt-Museum Zehdenick

Achim Freyer wird durch die folgenden Galerien vertreten:
Galerie Dietgard Wosimsky, Gießen
Galerie Schafschetzky, Graz
Galerie Ulrike Hrobsky, Salzburg + Wien
Galerie Leger, München